Lokale Aufarbeitung

Gedenkstein Abteroda

Der Gedenkstein von Abteroda erinnert an die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die während des Zweiten Weltkriegs in der Region unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten. Er wurde 2020 auf Initiative des Grundstückseigentümers aufgestellt. Vorangegangen waren Recherchen und Verhandlungen mit BMW.

Die Zwangsarbeiter fertigten für das Unternehmen hier unter Tage Flugmotoren in einem Außenlager des KZ Buchenwald. Er ist heute Teil des lokalen Erinnerungsnetzwerks im Fulda-Werra-Revier und dient als Lernort für Schulklassen und Interessierte. Der Stein steht symbolisch für die Aufarbeitung regionaler NS-Geschichte und die Würdigung der Opfer, deren Lebenswege eng mit der Geschichte des Bergbaus in Abteroda verbunden sind.

Gedenkstein in Abteroda. | Quelle: Geschichtsmanufaktur Kutzner

Harald Winter - Ein besonderer Ort
Wie ist es, an einem Ort aufzuwachsen, an dem während der NS-Zeit großes Unrecht geschah? Für Harald Winter stellte sich diese Frage schon früh. Er wohnt bis heute in der Nähe des Schachts Abteroda, in dem Zwangsarbeit unter Tage stattfand.

Friedhof Frauensee

Bereits 1946 wurde auf dem Friedhof in Frauensee (Thüringen) ein gesondertes Gräberfeld für ehemalige russische Kriegsgefangene eingerichtet, von denen die überwiegende als Zwangsarbeiter im nahen Springen eingesetzt worden war.

Friedhof Frauensee. | Quelle: Geschichtsmanufaktur Kutzner

Direkt am Schacht Heiligenroda I nahe Springen wurde 1975 ein Gedenkstein für die Opfer der NS-Zwangsarbeit und des KZ-Außenlagers vor Ort aufgestellt. 1985 wurde in Frauensee ein weiteres Mahnmal errichtet. 

Friedhof Tiefenort

Friedhof Tiefenort. | Quelle: Geschichtsmanufaktur Kutzner

Auf dem Friedhof in Tiefenort wurde bereits kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein größeres Gräberfeld für gefallene Soldaten und getötet Kriegsgefangene der sowjetischen Armee errichtet. Rund 30 Personen wurden hier begraben.

Ein Gedenkstein erinnert in russischer Sprache an die Opfer. Er trägt die Inschrift: Ewiges Gedenken den Bürgerinnen und Bürgern der UdSSR, die in der schweren hitlerschen Gefangenschaft für die Ehre und Unabhängigkeit ihrer Heimat im Zeitraum des Großen Vaterländischen Krieges 1941–1945 ihr Leben verloren.

In der neuen Dauerausstellung des Werra-Kalibergbau-Museums, welche derzeit konzipiert wird (Stand 2026), wird das Thema der NS-Zwangsarbeit in der Themeninsel zur Geschichte des Kalireviers behandelt. Dort finden sich Anknüpfungspunkte an die Sonderausstellung.

Christa Möhl - Aufwühlende Bilder
Als junge Frau sah Christa Möhl einen Film über die Befreiung der Konzentrationslager. Sie wollte es zunächst nicht glauben, was sie da sah. Erst später realisierte sie die Bedeutung der Bilder.