Der Nationalsozialismus an der Macht
Der Nationalsozialismus bildet in der deutschen Geschichte eine besonders grausame und dunkle Epoche. Zwischen 1933 und 1945 herrschte die Partei der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter Partei) mit ihrem Anführer Adolf Hitler in Deutschland. 1939 begann der Zweite Weltkrieg, der mit der Niederlage Deutschlands endete und bis 1945 mehr als 70 Millionen Menschen das Leben kostete.
In den Jahren seit dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) hatte es die NSDAP geschafft, eine immer größere Gruppe an Wählern im Deutschen Reich anzusprechen. Die Partei lehnte das demokratische System der Weimarer Republik radikal ab.Als eine von vielen Kleinparteien in Bayern hatte sie zunächst wenige Mitglieder. Doch Schritt für Schritt gelang es Hitler, den Wirkungskreis der NSDAP durch Populismus und Propaganda zu vergrößern. Er behauptete etwa, dass vor allem Personen jüdischen Glaubens und politische Gegner wie die Sozialdemokraten für die Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg verantwortlich waren. So bildete sich bereits in den frühen 1920er Jahren eine bestimmte Rassenideologie der Nationalsozialisten heraus. Hitler und seine Anhänger vertraten rassistische Vorstellungen. Sie teilten Menschen in unterschiedliche „Rassen“. Diese Ideologie war die Grundlage für die Ausbeutung von Menschen durch Arbeit unter Zwang — und schließlich deren Ermordung.
Die Machtübernahme der Nationalsozialisten erfolgte am 30. Januar 1933. Bei den Reichstagswahlen im Vorjahr war die NSDAP als stärkste Kraft hervorgegangen. Direkt in der Folge Ernennung Hitlers zum Reichskanzler wurden demokratische Grundsteine des Staates, wie das Parlament, Gerichte und die Polizei schrittweise entmachtet, durch Anhänger der NSDAP ersetzt oder abgeschafft. Auch das gesellschaftliche Leben der Menschen wurde schrittweise durch die Ideologie der Nationalsozialisten beeinflusst. Die Wirtschaft wurde immer stärker auf die Produktion von militärischen Gütern, wie Waffen und Munition, umgestellt. Der Krieg zeichnete sich bereits ab.

Als am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen begann, verwirklichte sich damit ein zentrales politisches Ziel der Nationalsozialisten. Die Eroberung von „Lebensraum“ für die sogenannte „Volksgemeinschaft“ der Deutschen bedeutete auch die Unterdrückung und Ermordung derer, die nicht dazu gehörten. Es gelang Hitler zunächst große Teile Europas zu erobern. 1941/42 drehte sich das Geschehen durch den Kriegseintritt der USA und Niederlagen der deutschen Armee in Russland (Sowjetunion). Der Zweite Weltkrieg endete mit der Niederlage und Kapitulation der deutschen Armee (Wehrmacht), der Zerstörung vieler deutscher Städte und dem Tod zahlreicher Zivilisten am 8. Mai 1945. Damit endete auch die Herrschaft der Nationalsozialisten.
Ihr verübtes Unrecht wurde nach dem Krieg durch die Sieger (USA, Großbritannien, Sowjetunion, Frankreich), die während des Krieges gemeinsam gegen Hitler kämpften, aufgearbeitet. Täter wurden verurteilt. Aber nicht alle, die Anhänger der Nationalsozialisten waren, mussten sich nach dem Krieg verantworten.
Deutschland wurde auf Grund unterschiedlicher Interessen der Sieger in vier Besatzungszonen geteilt. Aus der Zusammenlegung der westlichen Zonen (US-amerikanische Zone, Britische Zone, Französische Zone) entstand 1949 die spätere Bundesrepublik Deutschland. Aus der Sowjetischen Zone wurde im gleichen Jahr die Deutsche Demokratische Republik (DDR). Die deutsche Teilung hielt bis zum Fall der Mauer und der deutschen Einheit 1990.
Somit hatte der Nationalsozialismus eine lange Nachgeschichte, die bis heute anhält. Denn noch immer sind die Spuren der deutschen Teilung im Kalirevier zwischen Hessen und Thüringen sichtbar.